Reitclub Böhmerwald

Die Chronik des RC

Im Jahre 1970 wurde in der TSU Aigen-Schlägl die Sektion Reiten eingerichtet. Das Bundesheer stellte dem Meierhof des Stiftes Schlägl vier Haflinger als Arbeitspferde zur Verfügung und diese wurden der Sektion Reiten als Reitpferde anvertraut. Es waren dies: Sultan, Serum, Inge und Cyril. Bald darauf wurde von der TSU der Württemberger "Falko" gekauft.

Die Pferde waren im sogenannten alten Stall, gegenüber dem Kuhstall, im Meierhof untergebracht. Ein Stadl, 15 x 17 m, wurde als Reithalle benutzt. Sektionsleiter war Elmar Bitter.

Zirka drei Wochen nach Ostern 1972 erklärte der Sektionsleiter, der Reitclub wäre am Ende, es gäbe kein Geld, nur Schulden, außerdem habe er selbst zu wenig Zeit, um täglich Reitstunden zu halten. 

Was war zu tun?

1. Erfassen der finanziellen Situation:

Alle, die so im Laufe der Zeit reiten, werden aufgefordert, ihren Mitgliedsbeitrag zu bezahlen. Gästereitstunden werden gleich kassiert. Mit den einfließenden Geldern werden die wichtigsten Außenstände bezahlt.

2. Gratis-Probierstunden für Kinder und Erwachsene:

Das Reiten wird ins Bewußtsein der Bevölkerung gebracht. Ausritte beginnen und enden fast immer mit einem Gang durch den Markt. Leute werden direkt angesprochen das Reiten einmal zu versuchen. Besonders die Kinder verbreiten die Begeisterung.

Bis zum Sommer hat sich der Mitgliederstand vervierfacht. Der Reitclub ist nicht mehr zum Sterben verurteilt. Die Feriengäste kommen zahlreicher.

Somit wird auch ein größerer Stall benötigt um Platz für ein weiteres Warmblut zu schaffen. Wir bekommen einen leerstehenden schönen Raum, ehemals Saustall mit einbetonierten Boxen. Und dann wird gearbeitet in jeder freien Minute. Daneben läuft der Reitbetrieb. 

Weiters wird dringend Wasser im Büro und WC benötigt. Dazu wird in den ganzen Ferien hart geschuftet. In der Woche vor Schulbeginn wird endlich übersiedelt. Jetzt sind auch die Pferde zufrieden.

Im Oktober 1972 wird ernsthaft Ausschau nach einem preisgünstigen Warmblut gehalten. Berkut, ein dunkelbrauner polnischer Trakhener, wird gekauft.

1972 im Winter werden wir vom Bundesheer verständigt, dass Serum und Sultan verkauft werden, wir aber das Vorkaufsrecht hätten. Aber womit? Die Kasse ist gerade jetzt wieder leer. Das Geld für Sultan legt das Stift für uns aus, für Serum der Fremdenverkehrsverband.

Weitere Arbeiten stehen an! Die Reithalle ist zu klein. Arbeitskräfte sind wieder wir selbst. Der nebenanliegende leerstehende Raum kommt dazu.

Im Juli 1973 wird Piri, ein weiteres Warmblut, und im Dezember Tanja gekauft. Beide Schimmel.

Am 5. März 1974 in der Früh wird Ilona geboren, ein entzückendes schwarzes Stütchen. Piri schützte ihr Fohlen gut und keiner darf mehr in die Box.

Statt Falko, der leider nie wieder geritten werden durfte aufgrund seiner schlechten Beine, wird Konik, ein großer polnischer Brauner, gekauft. 

Das Bundesheer meldete sich inzwischen auch wieder, dass Inge und Cyril verkauft werden und wir haben wieder das Vorkaufsrecht. Auch diesmal kaufen das Stift und der Fremdenverkehrsverband die Pferde und stellen sie uns zur Verfügung.

Inzwischen hatten wir uns das Recht auf Benützung der Koppel erworben. Doch immer noch fehlte uns eine richtige Bahn in der Größe von 20x40 m. Mit viel Mühe und einigem finanziellen Aufwand wurde der Dressurplatz gebaut.

1975 wird der Stall wieder zu klein. Natürlich wieder viel Arbeit. Die Sattelkammer wird abgemauert. Mitte März ist der Stall gerade rechtzeitig fertig - Charlotte zieht ein.

Im Herbst darauf kommen weitere Privatpferde dazu: Many, Bony und später Amigo.

Dann wird Marko verkauft. Und Sultan und Serum werden umgetauscht gegen Adi und Edi. Auch Piri wird hergegeben, da sie den meisten Mitgliedern zu temperamentvoll war. Ilona wird angeritten und dann ebenfallst verkauft. Statt Cyril und Inge, wurde lange gesucht um dann Alex und Maxi zu kaufen. Tanja wurde verkauft, da sie gelegntlich biss und schlug. Und auch Roka wurde verkauft, wegen seiner schlechten Beine. Beide wurden umgetauscht gegen Jockl und Pavel, zwei Tschechen.

1982 verließ uns auch Berkut, da er sich nicht mehr vollständig von einer Grippe erholte.

Inzwischen war nach unserem ersten Turnier 1979 Apis eingezogen. Statt Ilona kam Fanal zu uns. 

1983 im Februar wurde Bella, eine Balfour-Tochter, gekauft. Im März kam ein neues Privatpferd dazu, die Hannoveranerin Floris.

Pferdebestand Ende 1983:

7 Clubpferde: Apis, Fanal, Jocki, Pavel, Bella und die Haflinger Alex und Maxi

3 Privatpferde: Charlotte, Caruso, Floris



1978 waren wir dem Fachverband beigetreten. Seit dieser Zeit nennen wir uns Reitclub Böhmerwald.

Nun fehlte uns noch ein Springplatz. Wir bekamen eine an unser Gelände angrenzende Wiese. Sie wurde hergerichtet und 1979 im Sommer veranstalteten unser erstes Turnier. Unser neuer Sektionsleiter hieß außerdem Otto Schacherreiter. Unser erstes Turnier war ein großer Erfolg. 1980 richteten wir sogar schon die Landesmeisterschaft im Springen aus. Aber trotzdem musste der Springplatz nocheinmal überarbeitet werden. Also 1981 kein Turnier.

Beim Turnier 1982 regnete es - eine absolute Schlammschlacht.

1983 - ein Jahrhundertsommer - Turnier mit Landesmeisterschaft im Springen - eine Hitzeschlacht und 140 Pferde.

Inzwischen ist der Reitclub zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden. Es gibt zwar immer wieder Austritte, aber auch Beitritte. Der "harte Kern" aber bleibt und hält alles zusammen.

 

< Zurück