Reitclub Böhmerwald

Die "Hipposophie" des RC Böhmerwald

Wir verstehen uns als Vereinigung, die jedem, der sich für den Pferdesport interessiert, ermöglicht, diesen Sport auszuüben. Die Palette reicht vom Kontaktaufnehmen mit dem lebendigen Sportgerät - besser aber: Sportkameraden Pferd - über Freizeitreiten bis zum Turnierreiten.

Alles ist bei uns möglich, nur eines nicht: Den Sportkameraden Pferd zu quälen und ihn bis zum letzten auszunutzen!

Unsere Reiter lernen von klein auf mit dem Pferd umzugehen. Jeder Reiter muß lernen, sein Pferd zu pflegen, seine Eigenheiten, sein physischen und psychischen Besonderheiten zu verstehen und zu akzeptieren.

Um so ein großes und starkes Tier dazu zu bringen, dass es willig und freudig seinem viel schwächeren Reiter gehorcht, ist es notwendig, neben dem Vermitteln der "Reitkunst" viel Erziehungsarbeit am angehenden Reiter selbst zu leisten. Reiten lernen ist: seinen menschlichen Hochmut gegenüber dem Tier abzulegen, Geduld zu üben, Einfühlungsvermögen einem anderen Lebewesen gegenüber zu pflegen, Toleranz, Pflichtgefühl, Kameradschaftlichkeit zu lernen - dem Tier gegenüber und den anderen Reitern gegenüber - Disziplin vor allem, sonst wird's zu gefährlich, und, und, und... mit seinem Körper dem Sportkameraden Pferd zu sagen, was man von ihm erwartet und dann sehr wohl mit Energie und einem gewissen Durchsetzungsvermögen seinen Willen eben durchzusetzen.

Dass die Gemeinden Schlägl und Aigen nicht auf dem berühmten "Holzweg" waren, als sie beschlossen, den Reitclub Böhmerwald wegen der Landesausstellung nicht sterben zu lassen, zeigen die steigenden Mitgliederzahlen seit der Neugestaltung der Reitanlage.

Natürlich ist bei uns die Zahl der Freizeitreiter größer als die der Turnierreiter. Als Turnierreiter braucht man die entsprechende Qualifikation, das heißt: Reiterprüfungen, eine Reitlizenz. Der Turnierreiter braucht sportlichen Ehrgeiz. Vor allem ist es aber eine Zeit- bzw. Geldfrage, ob ein Reiter auf Turnieren reiten kann und will. Den Einstieg in das Turniergeschehen kann der Reitclub ermöglichen. Wer sich dann aber weiter beteiligen bzw. vorwärts kommen will, braucht ein eigenes Pferd. 

Jedes Jahr im Frühsommer halten wir Reiterprüfungen ab. Die erste und wichtigste Prüfung ist der Reiterpass, sozusagen der Führerschein des Reiters. Dem folgen Reiternadel und Lizenzprüfung.

Das Wort Freizeitreiter muss durchaus nicht abwertend verstanden werden. Es bedeutet lediglich, dass der Reiter eben in seiner freien Zeit reitet, das Reiten kann aber durchaus als sportliche Tätigkeit angesehen werden. Aber dieser Reiter mißt sein Können nicht bei einem Turnier mit anderen. Wie sehr er sich bei dieser Art Sport anstrengen will, liegt vor allem in seinem eigenen Ermessen.

Das Ausreiten ins Gelände erscheint jedem Anfänger als erstrebenswertestes Ziel. Es ist auch schön, es soll vor allem erholsam, es darf aber nicht von Angst begleitet sein. Richtig sportliches Reiten ist es aber nicht - der Sport findet in der Halle, am Dressurviereck und am Springplatz statt. 

An der Longe soll der angehende Reiter das Gefühl für die Bewegungen des Pferdes lernen, am Pferd im Gleichgewicht sitzen lernen, ohne es in seinen Bewegungen allzusehr zu stören. Dann kann er anfangen, in einer Gruppe mitzureiten.

 

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